The special child

Ein Projekt europäischer und russischer NGO´s zur Hilfe für Kinder mit Mehrfachbehinderungen.
Ziel des Projektes ist der Ausbau und die Erweiterung effektiver Möglichkeiten zur Frühförderung von mehrfachbehinderten Kindern und Unterstützung ihrer Familien in staatlichen Strukturen und NGO´s (Nichtstaatlichen Organisationen). Verbunden damit soll es den Rechtsschutz behinderter Kinder ausbauen, Elternengagement fördernd unterstützen sowie Einfluß nehmen auf politische Prozesse und die öffentlichen Meinung.
Seid Januar 2002 führen wir es zusammen mit dem Heilpädagogischen Zentrum Moskau und der französischen Organisation BICE durch.

Besondere Kinder verlangen besondere Förderung…

In der Keramikwerkstatt

In der Keramikwerkstatt

Seit einigen Jahren sind immer mehr therapeutische Einrichtungen entstanden. Die meisten konzentrieren sich dabei jedoch verständlicherweise auf eine Behinderung. So gibt es Hilfe für blinde, taube oder Syndrom oder Autismus. Diese Spezialisierung ist auch wichtig, da sich die meisten Organisationen erst im Aufbau befinden und nur über begrenzte Kenntnisse verfügen. Schwierig wird es deshalb immer dann, wenn ein Kind mehrere Behinderungen hat. Einrichtungen, die z.B. tauben oder geistig behinderten Kindern helfen, sind absolut überfordert, wenn ein Kind dazu noch autistische Züge hat und versagen ihm deshalb sogar möglicherweise die nötige Hilfe. Die Einrichtung für autistische Kinder setzt jedoch voraus, dass das Kind hören kann. So sitzen solche Kinder oft zwischen zwei Stühlen. Das Heilpädagogische Zentrum bemüht sich schon seit längerem um genau diese Kinder und hat bereits vielen solcher Kinder helfen können. Dabei haben sie eine Basis an Wissen und Erfahrungen angesammelt, die sie gerne vertiefen und auch anderen therapeutischen Einrichtungen mitteilen wollten.
Im Oktober 2001 gelang es uns mit dem Heilpädagogischen Zentrum und BICE bei der EU im Rahmen des TACIS-LIEN-Programmes (Link Intereuropean Non-Government Organisations) eine Förderung für unser Projekt “Das besondere Kind” zu erhalten. An ihm nehmen teil: 120 Leiter von Einrichtungen und Fachleute, die mit mehrfach behinderten Kindern in Moskau und anderen Regionen Russlands arbeiten, 30 mehrfach behinderte Kinder (2-8 Jahre), die in Familien leben und das Zentrum für Heilpädagogik besuchen und deren Familienmitglieder. Dazu kommen 2 europäische Experten und 5 deutsche Friedensdienstleistende in Moskau.

Mit dem Projekt haben wir in 2 Jahren (Januar 2002 – Dezember 2003) russischen Organisationen Therapiemethoden für mehrfachbehinderte Kinder, die in Frankreich und Deutschland etabliert und erfolgreich sind, näher bringen. Konzentrieren werden wir uns dabei vor allem auf die Frühförderung mehrfach behinderter Kinder, die auch autistisch sind oder autistische Züge haben. Dazu werden wir den russischen Fachleuten ermöglichen, moderne und erfolgreiche Methoden aus Deutschland und Frankreich ausführlicher kennen zu lernen: durch persönliche Kontakte, die wir in Deutschland schaffen, durch Literatur und Videomaterialien, die wir in engem Austausch mit dem Zentrum sammeln und übersetzen. Ein Höhepunkt sind 2 internationale Seminare, und der Besuch russischer Fachleute in therapeutischen Einrichtungen in Frankreich und Deutschland.

1. Seminar im Heilpädagogischen Zentrum Moskau (5.-7. Juni 2002)

seminar1Es nahmen 20 Teilnehmer aus Frankreich, Moskau, Sankt Petersburg und Vladimir teil, um gemeinsam Materialien auszuarbeiten, die sie als Ausbilder in weiteren Fortbildungen zur Frühförderung mehrfach behinderter Kinder in ganz Russland verwenden können.

Im Pilot-Rehabilitationsprogramm des Heilpädagogischen Zentrums wurde für 30 Kinder (2-8 Jahre) nach der Erstdiagnostik ein individueller, interdisziplinärer Förderweg erarbeitet, der durch eine therapiebegleitende Prozessdiagnostik ständig kritisch überprüft wird.
Damit ist es russischen Therapeuten möglich ihre Kenntnisse anzuwenden und zu erweitern. Auch sollen sie sich Ratschläge von deutschen und französischen Therapeuten holen können. Zwei der Therapeuten sollen im Oktober 2003 eine von uns ausgewählte Einrichtung in Deutschland, die dem Zentrum vergleichbar arbeitet, besuchen und kennen lernen. Wir hoffen dass sich so eine Zusammenarbeit entwickeln kann, die auch über das Projekt hinaus hält.

2. Seminar (26. – 29. Oktober 2003)

Die im ersten Seminar Ausgebildeten sollen ihre gewonnenen Erkenntnisse und praktischen Erfahrungen an 40 andere, aus ganz Russland angereiste Fachleute weitergegeben. Um diese nach dem Seminar nicht mit ihren neuen Kenntnissen alleine zu lassen, werden die Therapeuten des Heilpädagogischen Zentrums diese Einrichtungen besuchen und vor Ort mit Tipps und Ratschlägen weiterhelfen.
Es wurden bereits zwei Broschüren (a 1000 Exemplaren) zu Rechtsfragen und über Autismus herausgegeben. Geplant sind zwei weitere Buchherausgaben, von denen eine eine Übersetzung sein wird.

Gemeinsam Brücken schaffen…

Unsere Aufgabe im Rahmen des Projektes ist es, interessante Einrichtungen in Deutschland zu finden, die möglicherweise Interesse an einem Wissenstransfer- und Austausch mit Russland haben.
Außerdem suchen wir Literatur zur Frühförderung und Prävention, wie auch Filme o.ä., die im Rahmen der Aufklärungsarbeit teilweise übersetzt und in Russland verbreitet werden sollen.
Im Pilot-Rehabilitationsprogramm helfen auch deutsche Freiwillige. Ihren Aufenthalt und Arbeit gilt es zu koordinieren und neue Freiwillige in Deutschland zu finden.

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